MagazinKollagen für Sportler: Was die Forschung zeigt und was nicht
Kollagen für Sportler: Was die Forschung zeigt und was nicht
Bei Sporternährung denken die meisten an Protein, BCAA, Kreatin oder Vitamine. An Kollagen denken viele gar nicht. Dabei geht es bei Kollagen nicht nur um Haut und Haare: Es ist ein wichtiger Baustein von Sehnen, Bändern und Knorpel, also von Strukturen, die beim Sport stark beansprucht werden. Was die Forschung dazu sagt und was nicht.

Was ist Kollagen und warum ist es wichtig?
Kollagen ist ein Eiweiß und der wichtigste Baustein des Bindegewebes in unserem Körper, etwa von Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern und Haut. Es ist das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper und macht bis zu 30 % der gesamten Proteinmasse aus. Ohne Kollagen würde unser Körper nicht zusammenhalten.
Mit dem Alter nimmt die körpereigene Kollagenbildung natürlicherweise ab. Wer seinen Körper beim Sport stark belastet, achtet deshalb oft besonders auf Ernährung und Regeneration. Hier kommt auch Kollagen als Nahrungsergänzung ins Spiel.
Kollagen und Sport: was die Forschung untersucht
- Sehnen und Bänder
Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen, Bänder verbinden Knochen untereinander. Beide bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen. Wie sich Kollagen als Nahrungsergänzung auf diese Gewebe auswirkt, wird erforscht. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe dazu gibt es für Kollagen nicht, deshalb versprechen wir keine Wirkung.
- Gelenke unter Belastung
Gelenkbeschwerden sind bei Sportlerinnen und Sportlern häufig, vor allem bei Sportarten mit vielen Stößen wie Laufen, Fußball oder Basketball. In einer 24 Wochen langen Studie mit Sportlerinnen und Sportlern wurde untersucht, wie es Teilnehmenden mit Kollagenhydrolysat im Vergleich zu Placebo bei Kniebeschwerden unter Belastung ging. Das ist ein einzelnes Forschungsprojekt und keine Aussage über ein Produkt. Bei anhaltenden Beschwerden gehören Sie in ärztliche oder physiotherapeutische Hände.
- Regeneration nach dem Training
Nach einem harten Training entstehen in den Muskeln Mikroverletzungen, die zum Aufbau von Kraft und Muskulatur dazugehören. Dass Kollagen die Regeneration der Muskeln beschleunigt, ist nicht belegt, und wir versprechen es auch nicht. Kollagen ist ein Eiweiß, ersetzt aber nicht das übrige Eiweiß in Ihrer Ernährung.
- Haut
Das klingt für Sportler vielleicht nicht nach Priorität, aber die Haut ist unser größtes Organ und wird beim Sport ebenfalls stark beansprucht, durch Temperaturwechsel, Schweiß und Reibung. In mehreren Studien zur Haut verbesserten sich mit hydrolysiertem Kollagen Feuchtigkeit und Elastizität im Vergleich zu Placebo. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Kollagen und Verletzungen
Überlastung, schlechte Regeneration oder eine unzureichende Nährstoffzufuhr: All das sind Faktoren, die zu Verletzungen führen können. Ob Kollagen als Nahrungsergänzung das Verletzungsrisiko senkt, ist nicht belegt. Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition untersuchte Kollagen in Kombination mit Vitamin C und maß danach mehr Marker der Kollagenbildung im Blut. Das ist ein Laborwert und noch kein Schutz vor Verletzungen. Training mit Maß, Pausen und eine ausgewogene Ernährung bleiben die Grundlage.
Wie nimmt man Kollagen ein?
Kollagen als Nahrungsergänzung gibt es meist als Pulver, Kapseln oder in flüssiger Form. Wählen Sie hydrolysiertes Kollagen: Seine Moleküle sind in kleinere Teile zerlegt, in Kollagenpeptide.
Viele Studien arbeiteten mit Mengen von etwa 10 Gramm täglich. Halten Sie sich an die Angabe auf der Verpackung. Gut dazu passt Vitamin C, denn Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Kollagen gehört in ein kaltes oder lauwarmes Getränk, höchstens 60 °C, also nicht in den heißen Kaffee vor dem Training.
Fazit: Kollagen als Baustein für aktive Menschen
Kollagen ist in der Sportsprache vielleicht nicht so bekannt wie Protein oder BCAA. Als Baustein von Sehnen, Bändern, Knorpel und Haut ist es aber ein Thema, das für aktive Menschen interessant ist. Ein Wundermittel ist es nicht: Training, Regeneration, Schlaf und Ernährung bleiben die Grundlage.
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