MagazinSommer und Kollagen: Warum Creme allein nicht reicht
Sommer und Kollagen: Warum Creme allein nicht reicht
Der Sommer kommt, und Cremes und Seren stehen wieder in der Sonne, ziemlich wörtlich sogar. Wenn Sie Ihre Haut wirklich mit Feuchtigkeit versorgen möchten, reicht Kosmetik allein nicht. Feuchtigkeit beginnt eine Ebene tiefer, als jede Creme vordringen kann.

Eine Creme erreicht nur eine Schicht
Die Haut hat drei Hauptschichten: die Epidermis (Oberhaut), die Dermis (Lederhaut, in der Kollagen und Hyaluronsäure zu Hause sind) und die Subkutis (das Unterhautfettgewebe). Die meisten Cremes und Seren wirken ausschließlich auf der Epidermis. Sie bilden dort einen Film, der die Verdunstung von Wasser bremst.
Das ist nützlich. Für das, was die Haut im Sommer wirklich braucht, reicht es aber nicht: Wasser in der Dermis zu halten, wo Elastizität und Spannkraft entstehen. Dorthin kommt eine Creme einfach nicht. Die Moleküle der Hyaluronsäure in einer Creme sind um ein Vielfaches größer als das, was durch die Epidermis nach unten gelangt.
Was im Sommer in der Dermis passiert
UVA-Strahlung aktiviert Matrix-Metalloproteinasen (MMP), Enzyme, die Kollagen und Elastin in der Dermis abbauen. Gleichzeitig beschleunigt Hitze den Wasserverlust über die Haut. Die Folge: Die Dermis trocknet aus und verliert an Struktur, auch wenn die Oberfläche vom Serum glänzt.
Nach einer Woche in der Sonne sieht die Haut oft besser aus (Bräune, glänzendes Serum), in der Tiefe hat sie aber einiges abbekommen. Das zeigt sich oft erst in der nächsten Saison.
Was die Forschung zu Kollagen von innen untersucht
Hydrolysiertes Meereskollagen wird nach dem Trinken verdaut, und seine Bestandteile gelangen ins Blut. Die Forschung untersucht, ob Peptide aus Kollagen, etwa mit der für Kollagen typischen Aminosäure Hydroxyprolin, die Fibroblasten der Haut anregen, mehr Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure zu bilden. Eine Studie mit Thunfischkollagen hat zum Beispiel Fibroblasten im Labor und Hautwerte bei Menschen untersucht (Morakul et al., 2024).
Hyaluronsäure kann in der Dermis ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts an Wasser binden, bis zum Tausendfachen. Deshalb hängt ihr Gehalt in der Dermis eng damit zusammen, wie prall die Haut im Sommer wirkt.
Was Sie konkret tun können
- Sonnenschutz: LSF 30 bis 50 jeden Tag, auch bei bewölktem Himmel. Er ist der wichtigste Schutz vor der UV-Strahlung, die MMP aktiviert.
- Wasser: 2 bis 3 Liter am Tag, an heißen Tagen eher mehr. Ohne Wasser hat Hyaluronsäure nichts, was sie binden kann.
- Antioxidantien: Vitamin C und E, Polyphenole aus Tee oder Beeren. Vitamin C und Vitamin E tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Kollagen: 3.300 mg hydrolysiertes Meereskollagen am Tag, morgens zusammen mit Vitamin C, in einem kalten oder lauwarmen Getränk, höchstens 60 °C.
- Creme mit Wirkstoffen: Niacinamid für die Barriere, Ceramide, die Wasser in der Haut halten. Die Creme ist hier die letzte Schicht, nicht die erste.
Was Studien zeigen und was nicht
Mehrere Studien haben untersucht, ob Kollagenpeptide die Feuchtigkeit der Haut beeinflussen, zum Beispiel eine placebokontrollierte Studie mit Thunfischkollagen (Morakul et al., 2024). Solche Ergebnisse gelten für den untersuchten Rohstoff und sind kein Versprechen für jede Haut.
Wichtig ist Geduld: Studien zu Kollagenpeptiden laufen meist 8 bis 12 Wochen. Wer im Frühjahr beginnt, hat diese Zeit bis zum Hochsommer hinter sich. Ihr Körper hat seinen eigenen Rhythmus.
Fazit
Die Creme ist der sichtbare Teil der Feuchtigkeitspflege. Genauso wichtig ist, was Sie darüber hinaus tun: täglicher Sonnenschutz, genug Wasser, Antioxidantien aus der Ernährung. Kollagen kann ein Baustein dieser Routine sein.
Quellen
- The evidence from in vitro primary fibroblasts and a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial of tuna collagen peptides intake on skin health Morakul B, Teeranachaideekul V et al., Journal of Cosmetic Dermatology, 2024




