MagazinKollagen in Schwangerschaft und Stillzeit: Dürfen Sie es nehmen?
Kollagen in Schwangerschaft und Stillzeit: Dürfen Sie es nehmen?
Dürfen Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit Kollagen einnehmen? Die kurze Antwort, wie viel Eiweiß Ihr Körper jetzt braucht, worauf Sie bei Meereskollagen achten sollten und warum Sie immer zuerst ärztlichen Rat einholen sollten.

Kurze Antwort: Ja. Kollagen ist ein Eiweiß, das wir ganz normal mit Brühe, Gelatine oder Fisch essen, und reines hydrolysiertes Kollagen ohne weitere Zusätze halten wir in der Schwangerschaft und Stillzeit für in Ordnung. Klinische Studien mit schwangeren und stillenden Frauen gibt es bisher nicht. Deshalb empfehlen wir immer, vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kennt Ihren Gesundheitszustand, und in der Schwangerschaft gelten individuelle Empfehlungen.
Warum Sie in der Schwangerschaft nach Kollagen fragen
In den sozialen Netzwerken und per E-Mail ist das eine der Fragen, die wir am häufigsten bekommen. Der Körper verändert sich, der Eiweißbedarf steigt, und viele Frauen beschäftigen sich mit Haut, Haaren und Nägeln. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) braucht eine schwangere Frau zusätzlich zur üblichen empfohlenen Eiweißzufuhr etwa 1 g pro Tag im ersten Trimester, 9 g im zweiten und 28 g im dritten. In der Stillzeit sind es zusätzlich 19 g pro Tag in den ersten sechs Monaten und danach 13 g pro Tag (EFSA, 2012).
Diesen Bedarf deckt Kollagen allein aber nicht. Ihm fehlt die essenzielle Aminosäure Tryptophan, deshalb zählt es zu den unvollständigen Eiweißen (Paul et al., 2019). Die Grundlage bleibt eine abwechslungsreiche Ernährung mit Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten. Ein Sachet Kollagen (3,3 g) ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
Was wir über die Sicherheit wissen und was nicht
Die Sicherheit von Kollagen ist in Studien mit gesunden Erwachsenen gut beschrieben. Eine Übersicht von 11 placebokontrollierten Studien mit 805 Teilnehmenden fand keine gemeldeten Nebenwirkungen (Choi et al., 2019). Schwangere und stillende Frauen waren in diese Studien nicht einbezogen, wie es bei Nahrungsergänzungsmitteln üblich ist. Direkte Daten für sie fehlen also.
Dabei ist Kollagen für den Körper kein fremder Stoff. Im Verdauungstrakt wird es wie andere Nahrungseiweiße in Aminosäuren und kurze Peptide zerlegt, die anschließend im Blut auftauchen (Iwai et al., 2005). Es ist weder ein Pflanzenpräparat noch ein Medikament, sondern ein Eiweiß, wie es der Körper aus normaler Nahrung kennt. Deshalb halten wir die Einnahme von reinem Kollagen in der Schwangerschaft und Stillzeit für in Ordnung. Das letzte Wort überlassen wir Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann Sie aufmerksam sein sollten
| Situation | Warum | Was tun |
|---|---|---|
| Fischallergie | Fischkollagen ist ein nachgewiesenes Allergen, und zwischen verschiedenen Fischarten besteht eine Kreuzreaktion (Hamada et al., 2001). | Nehmen Sie kein Meereskollagen ein und besprechen Sie andere Quellen mit einer Allergologin oder einem Allergologen. |
| Quecksilber und Schwermetalle aus Fisch | In der Schwangerschaft wird empfohlen, Fische mit hohem Quecksilbergehalt einzuschränken (EFSA, 2015). | Wählen Sie ein Kollagen, für das der Hersteller Analysen auf Schwermetalle veröffentlicht. |
| Kombinationspräparate | Zugesetzte Vitamine, Kräuter oder Pilze haben eigene Regeln. Hohe Dosen Vitamin A aus Nahrungsergänzungsmitteln hängen mit einem höheren Risiko für angeborene Fehlbildungen zusammen (Rothman et al., 1995). | Lesen Sie die Zutatenliste und richten Sie sich bei Kombinationen nach dem Etikett und nach ärztlichem Rat. |
| Neigung zu Nierensteinen | Hydroxyprolin aus Kollagen wandelt der Körper zum Teil in Oxalat um (Knight et al., 2006). | Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und trinken Sie ausreichend. |
| Komplikationen in der Schwangerschaft | Bei Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung kann die Ärztin oder der Arzt die Zufuhr von Eiweiß und Nahrungsergänzungsmitteln anpassen. | Besprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel immer mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. |
Dehnungsstreifen, Haut und Haare
Viele von Ihnen möchten wissen, ob Kollagen gegen Dehnungsstreifen hilft. Die ehrliche Antwort: Studien, die das bei Schwangeren überprüft hätten, gibt es nicht. Selbst für Cremes und Öle gegen Dehnungsstreifen fand eine Cochrane-Übersicht keine überzeugenden Belege, dass sie ihnen vorbeugen (Brennan et al., 2012). Sehen Sie Kollagen deshalb als Teil Ihrer Selbstfürsorge, nicht als Versprechen, dass keine Dehnungsstreifen entstehen.
Nach der Geburt bemerken viele Frauen verstärkten Haarausfall. Er ist meist vorübergehend und hängt mit den hormonellen Veränderungen zusammen. Wenn er stark ist oder lange anhält, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
So nehmen Sie Kollagen in der Schwangerschaft und Stillzeit ein
- Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nehmen Sie die Verpackung oder die Zutatenliste mit.
- Wählen Sie reines Kollagen. Ohne Süßungsmittel, Aromen, Kräuter und zugesetzte Vitamine, mit Analysen auf Schwermetalle und Mikrobiologie.
- Halten Sie sich an die empfohlene Tagesmenge. Bei collalloc ist das ein Sachet (3,3 g) pro Tag.
- Lösen Sie es in einem kalten oder lauwarmen Getränk auf, höchstens 60 °C. In Wasser, Saft, Milch oder einem Smoothie.
- Denken Sie an eine abwechslungsreiche Ernährung. Kollagen ersetzt weder das Eiweiß aus der Nahrung noch die Vitamine, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt.
So machen wir es bei collalloc
collalloc kolagen enthält nur hydrolysiertes Meereskollagen, ohne Süßungsmittel, Farbstoffe und Aromen. Die Mikrobiologie wird bei jeder Produktionscharge getestet, Schwermetalle jeden Monat in einem externen Labor. Die Ergebnisse einschließlich der Grenzwerte finden Sie beim Produkt und auf der Seite Labor, so können Sie sie auch Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zeigen. Da das Kollagen aus Fisch stammt, ist es bei einer Fischallergie nicht geeignet.
Wie Sie Kollagen richtig einnehmen, beschreibt der Artikel Kollagen richtig einnehmen. Mögliche Risiken im Allgemeinen fasst der Artikel Nebenwirkungen von Kollagen zusammen.
Häufige Fragen
Darf ich in der Schwangerschaft Kollagen einnehmen?
Reines hydrolysiertes Kollagen halten wir in der Schwangerschaft für in Ordnung: Es ist ein Eiweiß, das der Körper auch aus normaler Nahrung kennt. Studien mit Schwangeren fehlen aber, sprechen Sie deshalb vor der Einnahme immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich in der Stillzeit Kollagen einnehmen?
Ja, in der Stillzeit gilt dasselbe wie in der Schwangerschaft: Reines hydrolysiertes Kollagen halten wir für in Ordnung. Kollagen wird wie andere Nahrungseiweiße in Aminosäuren und Peptide zerlegt. Gezielte Studien mit stillenden Frauen fehlen, sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welches Kollagen eignet sich in der Schwangerschaft und Stillzeit?
Reines hydrolysiertes Kollagen ohne Süßungsmittel, Kräuter und zugesetzte Vitamine, mit öffentlich zugänglichen Analysen auf Schwermetalle. Bei einer Fischallergie nehmen Sie kein Meereskollagen ein.
Hilft Kollagen gegen Dehnungsstreifen?
Ob Kollagen Dehnungsstreifen vorbeugt, hat bisher keine Studie mit Schwangeren überprüft. Selbst für Cremes gegen Dehnungsstreifen fand eine Cochrane-Übersicht keine überzeugenden Belege, dass sie ihnen vorbeugen (Brennan et al., 2012).
Wie viel Kollagen pro Tag in der Schwangerschaft?
Halten Sie sich an die Angabe auf der Verpackung, bei collalloc ein Sachet (3,3 g) pro Tag. Kollagen ersetzt kein Eiweiß aus der Nahrung, von dem Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit mehr brauchen.
Kann ich Kollagen in warmen Tee geben?
Lauwarm ja, heiß nein. Das Getränk sollte nicht wärmer als 60 °C sein. Am besten eignen sich kaltes Wasser, Saft, Milch oder ein Smoothie.
Quellen
- Scientific Opinion on Dietary Reference Values for protein EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA), EFSA Journal, 2012
- Significant Amounts of Functional Collagen Peptides Can Be Incorporated in the Diet While Maintaining Indispensable Amino Acid Balance Paul C., Leser S., Oesser S., Nutrients, 2019
- Oral Collagen Supplementation: A Systematic Review of Dermatological Applications Choi F. D., Sung C. T., Juhasz M. L., Mesinkovska N. A., Journal of Drugs in Dermatology, 2019
- Identification of food-derived collagen peptides in human blood after oral ingestion of gelatin hydrolysates Iwai K., Hasegawa T., Taguchi Y. et al., Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2005
- Identification of collagen as a new fish allergen Hamada Y., Nagashima Y., Shiomi K., Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry, 2001
- Statement on the benefits of fish/seafood consumption compared to the risks of methylmercury in fish/seafood EFSA Scientific Committee, EFSA Journal, 2015
- Teratogenicity of high vitamin A intake Rothman K. J., Moore L. L., Singer M. R. et al., New England Journal of Medicine, 1995
- Hydroxyproline ingestion and urinary oxalate and glycolate excretion Knight J., Jiang J., Assimos D. G., Holmes R. P., Kidney International, 2006
- Topical preparations for preventing stretch marks in pregnancy Brennan M., Young G., Devane D., Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012




