MagazinNebenwirkungen von Kollagen: was Sie wissen sollten

5 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 15. Oktober 2026

Nebenwirkungen von Kollagen: was Sie wissen sollten

Von: Záviš Lacina, Gründer von collalloc

Hat Kollagen Nebenwirkungen? Was Studien zeigen: Verdauungsbeschwerden, Fischallergie, Nierensteine und Zusätze in Kombinationsprodukten, auf die Sie achten sollten.

Nebenwirkungen von Kollagen: was Sie wissen sollten

Kurze Antwort: Reines hydrolysiertes Kollagen hat bei gesunden Erwachsenen ein gutes Sicherheitsprofil. Eine systematische Übersicht über 11 placebokontrollierte Studien mit 805 Teilnehmenden fand keine gemeldeten Nebenwirkungen (Choi et al., 2019). Vorsicht ist angebracht bei Fischallergie, bei einer Neigung zu Nierensteinen, in der Schwangerschaft und bei Kombinationsprodukten, bei denen die Risiken eher von den zugesetzten Stoffen ausgehen als vom Kollagen selbst.

Was Studien zeigen

Das beste Bild der Sicherheit liefern Studien, in denen ein Teil der Teilnehmenden ein Placebo bekommt. Choi et al. (2019) werteten 11 solcher Studien mit 805 Teilnehmenden aus. Sie nahmen 2,5 bis 10 g Kollagenhydrolysat täglich über 8 bis 24 Wochen ein, alternativ 3 g Kollagentripeptide. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Ergänzung mit Kollagen im Allgemeinen sicher ist und die Studien keine Nebenwirkungen meldeten.

Zwei ehrliche Einschränkungen: Die Studien dauerten höchstens ein halbes Jahr, und es nahmen vor allem gesunde Erwachsene teil. Über die langfristige Einnahme und über Menschen mit chronischen Erkrankungen wissen wir weniger. Deshalb gehen wir unten auf Situationen ein, in denen Sie genauer hinschauen sollten.

Die häufigsten Beschwerden und was Sie tun können

BeschwerdeWarum sie entstehtWas hilft
Völlegefühl, Blähungen, leichte ÜbelkeitVor allem in den ersten Tagen und bei empfindlicher VerdauungMit der halben Portion beginnen, ausreichend Wasser trinken, eventuell zum Essen nehmen
Durchfall nach einem Produkt mit SüßungsmittelPolyole (Sorbit, Xylit, Maltit) wirken abführendZutatenliste prüfen und ein Produkt ohne Süßungsmittel wählen
Fischgeschmack oder FischgeruchSchlechter gereinigter RohstoffEin reines Hydrolysat wählen, das den Geschmack nicht mit Aromen überdecken muss
Juckreiz, Ausschlag, Schwellung von Lippen oder ZungeFischallergie, Fischkollagen ist ein bekanntes AllergenEinnahme beenden und ärztlichen Rat einholen, bei Atemnot den Notruf 112 wählen

Verdauungsbeschwerden sind meist mild und klingen in der Regel ab, sobald sich der Körper daran gewöhnt hat. Wenn sie auch mit einer kleineren Menge nicht aufhören, setzen Sie das Kollagen ab und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Fischallergie: wann Sie kein Meereskollagen nehmen sollten

Meereskollagen wird aus Fisch hergestellt, und Fischkollagen ist ein nachgewiesenes Allergen. Eine japanische Studie (Hamada et al., 2001) stellte fest, dass bei fünf von acht Patienten mit Fischallergie Antikörper auf Kollagen aus Thunfisch reagierten. Die Reaktion betraf Kollagen verschiedener Fischarten gleichermaßen, mit Kollagen von Säugetieren gab es aber keine Kreuzreaktion.

Praktisch heißt das: Wenn Sie eine Fischallergie haben, nehmen Sie kein Meereskollagen und besprechen Sie eine andere Kollagenquelle mit Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen. Eine Allergie gegen Krebstiere (Garnelen, Krabben) ist eine andere Allergie. Vorsicht aber bei Gelenkprodukten mit Glucosamin, das oft aus den Panzern von Krebstieren hergestellt wird.

Nieren und Nierensteine

Kollagen enthält die Aminosäure Hydroxyprolin, und der Körper wandelt einen Teil davon in Oxalat um, den Hauptbestandteil der häufigsten Art von Nierensteinen. Die Studie von Knight et al. (2006) zeigte, dass das Oxalat im Urin nach 30 g Gelatine täglich um 43 % anstieg. Bei einmaligen Mengen von 5 und 10 g war eine Veränderung erkennbar, bei 1 und 2 g nicht.

Ein Sachet collalloc enthält 3,3 g Kollagen und liegt damit zwischen den Mengen, bei denen die Studie noch keine Veränderung sah, und denen, bei denen sie schon eine sah. Die Studie behauptet nicht, dass Kollagen Steine verursacht. Wenn Sie aber zu Oxalatsteinen neigen, besprechen Sie die Einnahme mit Ihrer Urologin oder Ihrem Urologen und trinken Sie ausreichend. Bei einer chronischen Nierenerkrankung, bei der Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Eiweißzufuhr im Blick behält, rechnen Sie Kollagen mit ein, denn es ist ein Eiweiß.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Klinische Studien zu Kollagen haben schwangere und stillende Frauen nicht untersucht, für sie fehlen also Daten zur Sicherheit. Das heißt nicht, dass Kollagen schädlich ist, nur dass es niemand gründlich untersucht hat. Sprechen Sie vor Beginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Beachten Sie auch die Hinweise auf dem Etikett: Bei Kombinationsprodukten mit Vitaminen, Kräutern oder Pilzen raten Hersteller in der Schwangerschaft oft von der Einnahme ab. Geben Sie Kindern keine Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene, ohne vorher ärztlichen Rat einzuholen. Ausführlich gehen wir darauf im Artikel Kollagen in der Schwangerschaft und Stillzeit ein.

Medikamente und Kombinationsprodukte

Für Kollagen allein sind Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht gut beschrieben. Mehr Aufmerksamkeit verdienen die Stoffe, die Hersteller dem Kollagen zusetzen:

  • Glucosamin und Chondroitin (häufig in Gelenkprodukten): Bei Menschen, die Warfarin nehmen, sind Fälle eines erhöhten INR beschrieben, also einer langsameren Blutgerinnung (Knudsen und Sokol, 2008).
  • Vitamin K beeinflusst die Wirkung von Warfarin. Wenn Sie Warfarin nehmen, zeigen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die Zusammensetzung jedes Nahrungsergänzungsmittels.
  • Biotin (häufig in Produkten für Haare, Haut und Nägel) kann manche Laborwerte verfälschen, zum Beispiel Troponin, das bei Verdacht auf einen Herzinfarkt gemessen wird (FDA). Sagen Sie vor einer Blutabnahme, dass Sie es einnehmen.
  • Polyole (Sorbit, Xylit, Maltit) wirken in größeren Mengen abführend. Enthält ein Produkt mehr als 10 % davon, muss es nach der EU-Verordnung 1169/2011 auf der Verpackung darauf hinweisen.

Sie suchen die Nebenwirkungen eines bestimmten Produkts? Schauen Sie sich die Zusammensetzung an. Bei Kollagen ohne weitere Zusätze ist die Liste der Risiken kurz, bei Kombinationen kommen die Risiken jedes weiteren Stoffes hinzu.

Kollagen zum Einnehmen oder als Injektion?

Dieser Artikel betrifft Kollagen, das als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird. Injektionen sind eine andere Kategorie: Filler, die in die Haut gespritzt werden, bergen das Risiko von Blutergüssen, Schwellungen und Infektionen (Pu et al., 2023), und die Risiken von Injektionen ins Gelenk unterscheiden sich je nach Präparat. Beides führt eine Ärztin oder ein Arzt durch, und mit ihr oder ihm besprechen Sie auch die Risiken.

So senken Sie das Risiko

  1. Lesen Sie die Zutatenliste. Je kürzer die Liste, desto weniger mögliche Beschwerden.
  2. Fangen Sie langsam an. Bei empfindlicher Verdauung in der ersten Woche die halbe Portion.
  3. Fragen Sie nach Analysen. Bei Meereskollagen nach Schwermetallen und Mikrobiologie. Ein seriöser Hersteller veröffentlicht die Ergebnisse.
  4. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Fischallergie haben, zu Nierensteinen neigen, schwanger sind, stillen oder regelmäßig Medikamente nehmen.

So machen wir es bei collalloc

collalloc kolagen enthält nur hydrolysiertes Meereskollagen, ohne Süßungsmittel, Farbstoffe und Aromen. Die Mikrobiologie wird bei jeder Produktionscharge getestet, Schwermetalle jeden Monat in einem externen Labor. Die Ergebnisse samt Grenzwerten finden Sie beim Produkt und auf der Seite Labor. Da das Kollagen aus Fisch stammt, ist es bei Fischallergie nicht geeignet.

Wie Sie Kollagen einnehmen, damit es gut aufgenommen wird und keine Beschwerden macht, beschreiben wir im Artikel Kollagen richtig einnehmen, die häufigsten Fehler im Artikel Häufige Fehler bei der Einnahme von Kollagen.

Häufige Fragen

Hat Kollagen Nebenwirkungen?

Bei gesunden Erwachsenen sind Nebenwirkungen von Kollagen selten und mild. Eine Übersicht über 11 placebokontrollierte Studien mit 805 Teilnehmenden meldete keine Nebenwirkungen (Choi et al., 2019). Gelegentlich treten am Anfang Völlegefühl oder Blähungen auf.

Kann Kollagen den Nieren schaden?

Kollagen enthält Hydroxyprolin, aus dem der Körper Oxalat bildet. Bei einmaligen Mengen ab 5 g Gelatine steigt die Oxalatmenge im Urin (Knight et al., 2006). Wenn Sie zu Nierensteinen neigen oder eine Nierenerkrankung haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich Meereskollagen nehmen, wenn ich eine Fischallergie habe?

Nein. Fischkollagen ist ein nachgewiesenes Allergen, und die Reaktion betrifft Kollagen verschiedener Fischarten (Hamada et al., 2001). Besprechen Sie eine andere Kollagenquelle mit Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen.

Ist Kollagen in der Schwangerschaft und Stillzeit sicher?

Dazu fehlen Daten: Klinische Studien haben schwangere und stillende Frauen nicht untersucht. Das heißt nicht, dass Kollagen schädlich ist. Sprechen Sie vor der Einnahme aber immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und beachten Sie bei Kombinationsprodukten auch die Hinweise auf dem Etikett.

Verursacht Kollagen Blähungen oder Durchfall?

Reines Kollagen verursacht das nur selten. Häufiger stecken Süßungsmittel wie Sorbit oder Xylit dahinter, die abführend wirken. Es hilft, mit der halben Portion zu beginnen und ausreichend Wasser zu trinken.

Beeinflusst Kollagen die Wirkung von Medikamenten?

Für Kollagen allein sind Wechselwirkungen nicht gut beschrieben. Vorsicht bei Kombinationsprodukten: Glucosamin kann bei Menschen, die Warfarin nehmen, den INR erhöhen, und Biotin kann manche Bluttests verfälschen. Zeigen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die Zusammensetzung.

Quellen

  1. Oral Collagen Supplementation: A Systematic Review of Dermatological Applications Choi F. D., Sung C. T., Juhasz M. L., Mesinkovsk N. A., Journal of Drugs in Dermatology, 2019
  2. Identification of collagen as a new fish allergen Hamada Y., Nagashima Y., Shiomi K., Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry, 2001
  3. Hydroxyproline ingestion and urinary oxalate and glycolate excretion Knight J., Jiang J., Assimos D. G., Holmes R. P., Kidney International, 2006
  4. Potential glucosamine-warfarin interaction resulting in increased international normalized ratio: case report and review of the literature and MedWatch database Knudsen J. F., Sokol G. H., Pharmacotherapy, 2008
  5. Biotin Interference with Troponin Lab Tests: Assays Subject to Biotin Interference U.S. Food and Drug Administration, FDA, 2022
  6. Effects of Oral Collagen for Skin Anti-Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis Pu S. Y. et al., Nutrients, 2023
  7. Regulation (EU) No 1169/2011 on the provision of food information to consumers, Annex III European Parliament and Council, Official Journal of the European Union, 2011

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