MagazinKollagentypen und Quellen: Typ I, II und III im Überblick
Kollagentypen und Quellen: Typ I, II und III im Überblick
Kollagen ist nicht gleich Kollagen. Es gibt viele Typen, allein im menschlichen Körper mindestens 16. Hier erfahren Sie, welche die wichtigsten sind und aus welchen Quellen Kollagen stammt: Rind, Huhn, Fisch und Ei.

Wer sich für Kollagen und seine Rolle im Körper interessiert, sollte eines wissen: Es gibt nicht nur ein Kollagen. Es gibt viele Typen, allein im menschlichen Körper mindestens 16. Zu den wichtigsten gehören die Typen 1, 2, 3, 5 und 10 (oft auch mit römischen Ziffern geschrieben: I, II, III, V und X). Bis zu 90 % des Kollagens im Körper entfallen auf die Typen 1, 2 und 3. (1)
Die wichtigsten Kollagentypen und ihre Aufgaben
Typ 1: Der mit Abstand häufigste und wohl auch stärkste Kollagentyp im menschlichen Körper. Er bildet eosinophile Fasern, aus denen Sehnen, Bänder, Organe und Haut aufgebaut sind. Kollagen Typ 1 ist am Aufbau der Knochen beteiligt, hält Gewebe zusammen, spielt eine wichtige Rolle bei der Wundheilung und gibt der Haut ihre Elastizität.
Typ 2: Aus diesem Typ besteht vor allem der Knorpel, er kommt auch im Bindegewebe vor. Gesundheit und Funktion unserer Gelenke hängen vom Zustand des Knorpels ab.
Typ 3: Typ 3 bildet retikuläre Fasern und ist ein Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix, aus der Organe und Haut aufgebaut sind. Zusammen mit Typ 1 gibt er der Haut Elastizität und Festigkeit. Er ist am Aufbau von Blutgefäßen und Herzgewebe beteiligt. Ein genetisch bedingter Mangel an Kollagen Typ 3 wird deshalb mit einem höheren Risiko für Gefäßrisse in Verbindung gebracht, die oft tödlich verlaufen. (2)
Typ 4: Kollagen Typ 4 ist wichtig für den Aufbau der Basalmembran, auf der unter anderem die Endothelzellen sitzen. Diese Schicht umgibt Organe, Muskeln und Fettgewebe. Die Basallamina wird für die normale Funktion von Nerven und Blutgefäßen gebraucht. (3) Sie kleidet große Teile des Verdauungstrakts und der Atemwege aus und liegt zwischen der obersten und der tiefen Schicht von Haut und Gewebe. Sie sieht aus wie eine dünne, gelartige Schicht, die das darüberliegende Gewebe polstert.
Typ 5: Dieser Typ ist wichtig für die Bildung von Zelloberflächen, Haaren und Gewebe der Plazenta. (4)
Typ 10: Er ist an der Bildung von Knochen und Gelenkknorpel beteiligt und spielt eine Rolle bei der Heilung von Knochenbrüchen und bei Reparaturprozessen in den Gelenken. Typ 10 ist an der enchondralen Ossifikation beteiligt, also dem Weg, auf dem bei Säugetieren Knochen entstehen. (5)
Quellen von Kollagen
Wer in der Ernährung auf Kollagen achtet, setzt auf eiweißreiche Lebensmittel: Fisch, Rind, Huhn und Eier. Aus diesen Quellen stammt auch das meiste Kollagen.
Rinderkollagen
Rinderkollagen wird aus Haut, Knochen und Muskeln von Rindern gewonnen. Es besteht überwiegend aus Kollagen Typ 1 und 3 und ist reich an Glycin und Prolin. Glycin ist unter anderem an der körpereigenen Bildung von Kreatin beteiligt. Zur Herstellung gehört eine Hitzebehandlung, die unter anderem dem Schutz vor BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit dient.
Hühnerkollagen
Hühnerkollagen enthält vor allem Kollagen Typ 2, den wichtigsten Typ im Knorpel. Es liefert außerdem Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat. Hühnerkollagen gehört zu den am häufigsten verwendeten Kollagenen in Nahrungsergänzungsmitteln.
Fischkollagen
Kollagen aus Fisch besteht überwiegend aus Typ 1 und gilt als gut aufnehmbar. Seine wichtigsten Aminosäuren sind Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Kollagen Typ 1 kommt im ganzen Körper vor: in der Haut, in Gelenken, lebenswichtigen Organen, Blutgefäßen, im Verdauungstrakt und in den Knochen.
Ein wichtiger Bestandteil der Dreifachhelix dieses Kollagens ist Hydroxyprolin. Es entsteht aus der Aminosäure Prolin und ist für die Stabilität, den Zusammenhalt und die Festigkeit von Kollagen notwendig. Für diese Reaktion braucht der Körper Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Fisch ist von BSE nicht betroffen und enthält keine für den Menschen gefährlichen Prionen. Bei schonender Verarbeitung bleiben die Kollagenpeptide bioaktiv.
Kollagen aus Eiern
Kollagen aus Eierschalen und Eiweiß ist überwiegend Typ 1, in kleineren Mengen kommen auch die Typen 3, 4 und 10 vor. Es enthält Glucosaminsulfat, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure und verschiedene Aminosäuren, die am Aufbau von Bindegewebe, an der Wundheilung und am Aufbau von Muskelmasse beteiligt sind.
Danke für Ihr Interesse an Kollagen und an dieser Serie, die Ihnen grundlegende Fachinformationen übersichtlich vorstellt. Im ersten Teil ging es um die Rolle von Kollagen im Körper. Im dritten und letzten Teil schauen wir uns Fischkollagen genauer an und zeigen Ihnen, wie Sie Kollagen gut in Ihre Ernährung und Ihren Alltag einbauen.
Wenn Sie Fragen haben und mehr wissen möchten, schreiben Sie uns an collalloc@collalloc.com.
2017 Powered by collalloc





