MagazinWas ist Kollagen? Wo es im Körper eine Rolle spielt
Was ist Kollagen? Wo es im Körper eine Rolle spielt
Sie kennen Kollagen vielleicht als Zutat Ihrer Lieblingscreme, haben im Regal Nahrungsergänzungsmittel damit gesehen oder einfach davon gehört, weil gerade viel darüber gesprochen wird. Doch was ist Kollagen eigentlich, und welche Rolle spielt es im Körper?

Sie kennen Kollagen vielleicht als Zutat Ihrer Lieblingscreme. Vielleicht sind Ihnen im Regal mit den Vitaminen Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen aufgefallen, oder Sie haben einfach davon gehört, weil in letzter Zeit viel darüber gesprochen wird. Doch was ist Kollagen eigentlich, welche Aufgaben hat es im Körper und wie lässt es sich gut in den Alltag einbauen? Darauf antworten wir in unserer Fachserie.
Teil I: Wo Kollagen im Körper eine Rolle spielt
Kollagen ist das häufigste Protein in unserem Körper. Heute kennen wir mindestens 27 verschiedene Kollagentypen. Kollagen steckt in Muskeln, Knochen, Haut, Blutgefäßen, im Verdauungstrakt und in den Sehnen. In der Haut ist es ein wichtiger Teil des Gerüsts, das für Festigkeit und Elastizität sorgt, und es ist an der Erneuerung des Gewebes beteiligt. In Gelenken und Sehnen wirkt es wie ein „Klebstoff“, der den Körper zusammenhält. Auch beim Älterwerden spielt es eine wichtige Rolle.
Unser Körper bildet sein eigenes Kollagen. Mit dem Alter nimmt diese Bildung jedoch ganz natürlich ab und wird langsamer. Das trägt zu den sichtbaren Zeichen des Älterwerdens bei: Zuerst bemerken wir Fältchen und weniger straffe Haut, später können Gelenkbeschwerden hinzukommen, wenn Knorpel abnimmt. Auch der Lebensstil beeinflusst den Kollagenhaushalt, etwa eine sehr zuckerreiche Ernährung, Rauchen oder viel Sonne.
Kollagen lässt sich über eiweißreiche Lebensmittel aufnehmen oder über Nahrungsergänzungsmittel wie collalloc. Im ersten Teil unserer Serie schauen wir uns an, in welchen Bereichen Kollagen im Körper wichtig ist und was die Forschung dazu untersucht hat.
1) Haut: Struktur und Erscheinungsbild
Je älter wir werden, desto weniger Kollagen bildet der Körper. Das passiert gerade jetzt, während Sie diesen Artikel lesen. Sichtbar wird es zuerst an der Haut: Sie wird weniger straff, Fältchen nehmen zu, die Elastizität lässt nach.
Eine Studie hat Frauen zwischen 35 und 55 Jahren über acht Wochen begleitet. Sie nahmen täglich 2,5 bis 5 g Kollagenhydrolysat ein. Im Vergleich zur Placebogruppe verbesserte sich die Elastizität der Haut. Untersucht wurden außerdem die Hautfeuchtigkeit und der transepidermale Wasserverlust, ein Maß für die Barrierefunktion der Haut. Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.
Ein Thema, das viele interessiert, ist Cellulite. Verliert die Haut durch weniger Kollagen an Elastizität, wird sie dünner und verbirgt weniger von dem, was unter der Oberfläche liegt. Cellulite kann dann deutlicher sichtbar werden. Auch hier untersucht die Forschung, welche Rolle Kollagen für die Struktur der Haut spielt.
2) Gelenke, Sehnen und Bänder
Kennen Sie das Gefühl, dass es in den Gelenken knackt, dass sie sich steif anfühlen und erst in Gang kommen müssen? Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil von Sehnen, Bändern und Knorpel. Zusammen mit der glatten, gelartigen Substanz, die die Knochenenden bedeckt, sorgt es dafür, dass wir uns geschmeidig bewegen können.
Mehrere Studien haben Kollagen im Zusammenhang mit den Gelenken untersucht (1, 2, 3). Das ist Forschung, keine Aussage über ein bestimmtes Produkt. Beschwerden an den Gelenken gehören in ärztliche Hände.
3) Der Verdauungstrakt
Kollagen und seine Aminosäuren sind auch für die Forschung rund um den Verdauungstrakt interessant. Das Kollagenmolekül besteht vor allem aus den Aminosäuren Glycin, Prolin, Arginin, Glutamin, Hydroxyprolin und Hydroxylysin. Die beiden letzten entstehen durch eine nachträgliche Veränderung (posttranslationale Modifikation) von Prolin und Lysin, an der Ascorbinsäure beteiligt ist, also Vitamin C.
Bindegewebe ist auch Teil der Darmwand. Heute wird eine gestörte Darmgesundheit, etwa eine veränderte Darmflora oder eine durchlässigere Darmschleimhaut, mit Entzündungsprozessen im Körper in Verbindung gebracht. Beschwerden im Verdauungstrakt lassen Sie bitte ärztlich abklären.
4) Stoffwechsel, Muskeln und Energie
Kollagen ist ein Protein und liefert Aminosäuren, die der Körper für viele Prozesse nutzt. Eine der wichtigsten ist Glycin. Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt, auch an solchen, die mit der Energieversorgung der Muskulatur zusammenhängen. Muskelmasse zu erhalten ist in jedem Alter wichtig: Muskeln stützen den Körper, entlasten die Knochen und verbrauchen mehr Energie als Fettgewebe.
Achten Sie zum Kollagen auch auf ausreichend Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Studien zeigen, dass Glycin eine Rolle im Verdauungssystem und im zentralen Nervensystem spielt (4). Der Körper nutzt Glycin außerdem für seine antioxidativen Schutzsysteme und beim Aufbau von DNA und RNA.
Arginin, eine weitere Aminosäure im Kollagen, nutzt der Körper, um aus anderen Aminosäuren Proteine aufzubauen. Das ist wichtig für die Erneuerung von Muskelgewebe nach Verletzungen sowie für Wachstum und Entwicklung.
Glutamin ist an der Bildung vieler Stoffe im Körper beteiligt. Diese Aminosäure dient den Zellen als „Brennstoff“ und liefert unter anderem Kohlenstoff und Stickstoff.
5) Nägel, Haare und Zähne
Hatten Sie schon einmal brüchige oder splitternde Nägel? Dafür gibt es viele mögliche Ursachen. Kollagen ist ein Baustein des Gewebes rund um Nägel, Haare und Zähne.
Eine im Journal of Investigative Dermatology veröffentlichte Studie beschreibt einen engen Zusammenhang zwischen der extrazellulären Matrix (der Substanz zwischen den Zellen) und der Regeneration von Haarfollikeln. Die Autoren sehen darin einen möglichen Ansatz für die weitere Forschung rund um Haare und Haut.
6) Prolin, Arginin und die Blutgefäße
Die Aminosäure Prolin ist wichtig für den Aufbau von Bindegewebe, etwa in Gelenken und in den Wänden der Arterien. In den Gelenken hilft dieses Gewebe, Stöße abzufedern, damit Knorpel auch mit den Jahren funktionsfähig bleibt (5).
Arginin ist eine Vorstufe von Stickstoffmonoxid. Dieser Botenstoff ist daran beteiligt, dass sich Blutgefäße weiten und die Muskelzellen der Gefäßwände entspannen.
Schön, dass Sie das Thema interessiert und Sie bis hierher gelesen haben. Im nächsten Teil unserer Serie geht es um die Kollagentypen, die wir hier der Einfachheit halber bewusst ausgelassen haben. Außerdem schauen wir uns die Quellen von Kollagen an: Rind, Huhn und vor allem Fisch. Wenn Sie Fragen haben und mehr wissen möchten, schreiben Sie uns an collalloc@collalloc.com.





